von Peter Dempf
Ein Musiclett über die Liebe zwischen Paula Banholzer und Bertolt Brecht
Als Paula Banholzers Mann, der Kaufmann Hermann Groß, die Nachricht vom Tod Bert Brechts las, soll er gesagt haben: „Jetzt ist er tot, der Hund!“ Im gleichnamigen Musiclett begibt sich Paula Banholzer, einstige Geliebte Brechts und Mutter des gemeinsamen Sohnes Frank, in ihre Vergangenheit zurück und erklärt Hermann Groß, warum sie in den jungen Brecht verliebt war, was sie an ihm schätzte und abstieß. Und warum sie Brecht schließlich verlassen hat. Daraus entsteht ein zeitloses Bild über die unmögliche Liebe und über Entscheidungen, die ein Leben prägen.
Im Rahmen des Augsburger Brechtfestivals 2027
Paula Banholzer
(geb. 1901, gest. 1989 in Augsburg)
Sie ist die "Bi" Bertholt Brechts und Mutter des Brecht-Sohnes Frank (geb. 1. Juli 1919, gest. 1943 als Soldat). Sie ist drei Jahre jünger als Brecht. Sie lernt Bertholt 1917 kennen und wird im Winter 1918/19 von ihm schwanger. Den Sohn bringt sie 1919 mit 17 Jahren in Kimratshofen im Allgäu heimlich zur Welt. 1921 nimmt sie eine Stelle als Erzieherin in Nürnberg an. Das ist die entscheidende Trennung von Brecht. Er bemüht sich zwar weiter um sie, aber sie weist ihm immer wieder ab. Bevor er Marianne Zoff heiratet, gibt es eine Aussprache mit Bi. Er verspricht beiden die Ehe, heiratet aber die "Mar" Zoff. 1924 will Brecht Bi nach Berlin holen, weil er von ihren Heiratsabsichten hört. Er schickt sogar Helene Weigel nach Augsburg, doch Bi geht nicht mit und heiratet schließlich Hermann Groß, der immer wieder ihre Vergangenheit heraufbeschwört und sie daran erinnert.